Du stehst vor einer Autobatterie, an der du die Spannung prüfen willst. Oder du wartest auf die korrekte Einspeisung deiner Solaranlage und fragst dich, ob die gemessenen Werte stimmen. Solche Alltagssituationen erzeugen oft Unsicherheit. Ist das Multimeter genau genug? Reicht die Anzeige in Volt oder brauche ich eine Angabe in Prozent oder in Digit-Auflösung? Wie erkennst du Ladezustand, Innenwiderstand oder ob die Wechselspannung eines Wechselrichters tatsächlich
True RMS gemessen werden muss?
Viele Hobby-Elektriker, Solarteure und Kfz-Interessierte verwenden einfache Multimeter. Diese Geräte liefern grobe Anhaltspunkte. Für bestimmte Prüfungen sind sie aber zu ungenau. Beim Messen von Spannung und Strom spielt die Messgenauigkeit in % eine zentrale Rolle. Bei Wechselstrom aus Wechselrichtern ist zudem ein Messbereich mit True RMS wichtig. Für den Innenwiderstand von Batterien und für Aussagen zum Ladezustand brauchst du oft bessere Auflösung oder spezielle Tester als ein Standardmultimeter bietet.
Dieser Artikel gibt dir klare Orientierung. Du erfährst, welche Genauigkeit für welche Prüfung ausreicht. Du bekommst Hinweise zur Wahl des passenden Multimeters. Du lernst wichtige Sicherheitsaspekte kennen. Und du erfährst, wann eine Profi-Messung sinnvoll ist. Im Anschluss behandeln wir die Anforderungen für Spannung, Strom und Innenwiderstand. Dann vergleichen wir Multimeterklassen, erklären Begriffe wie Digit-Auflösung und True RMS und zeigen praxisnahe Messbeispiele. Am Ende weißt du, welches Gerät du für welche Aufgabe brauchst und wie du sicher prüfst.
Welche Genauigkeit brauchst du konkret? Analyse der typischen Messaufgaben
Bevor du ein Gerät kaufst, hilft eine klare Einordnung der Messaufgaben. Die Anforderungen unterscheiden sich stark. Manches prüfst du mit einem einfachen Multimeter. Für andere Aufgaben brauchst du spezielle Tools. In der Tabelle unten findest du gängige Prüfungen, die jeweils empfohlene Messgröße, die nötige Genauigkeit, die passende Gerätekategorie und einen kurzen Praxishinweis. Die Angaben sind praxisorientiert. Sie helfen dir einzuschätzen, wann ein Einsteigergerät reicht und wann du auf ein True-RMS-Gerät oder einen Batterieprüfer gehen solltest.
| Messaufgabe |
Empfohlene Messgröße |
Empfohlene Messgenauigkeit / Anforderung |
Empfohlene Messgeräteklasse |
Praxiskommentar |
| Ruhespannung Autobatterie |
V |
±1 % genügt oft. Digit-Auflösung 3 1/2 ist praxisgerecht. Für genauere Zustandsabschätzung ±0,5 % oder 4 1/2 Digits. |
Einsteiger-Multimeter bis True-RMS-Multimeter |
Für grobe Prüfung reicht 3 1/2 Digit. Wenn du Zellabweichungen oder kleinere Spannungsdifferenzen erkennen willst, nimm ein genaueres Messgerät. |
| Belastungstest Batterie (Spannung unter Last, Strom) |
V, A, mΩ |
Spannung ±0,5–1 %. Strom ±1 % oder besser. Innenwiderstand mΩ-Auflösung für aussagekräftige Werte. |
Spezielle Batterietester oder Multimeter plus präzise Shunt / Batterie-Lasttester |
Für Innenwiderstand sind spez. Tester oder kurze Lastpulse mit bekannter Last empfehlenswert. Ein ganz normales Multimeter reicht hier oft nicht aus. |
| Solar-String-Leerlaufspannung (Voc) |
V (DC), hohe Spannungsbereiche |
±0,5–1 %. Wichtig sind hohe Maximalspannung und PV-/CAT-Schutz. Digit-Auflösung 4 1/2 für genauere Ermittlung. |
Multimeter mit hohen Spannungsbereichen und PV-Zertifizierung, True-RMS bei Wechselanteilen optional |
Achte auf Spannungsgrenzen. Bei Panels im Sonnenschein können leicht mehrere hundert Volt auftreten. Sicherheit vor Genauigkeit. |
| Ladecontroller-Ausgang / Wechselrichter-Ausgang |
V, A; bei AC: True RMS |
DC: ±1 %. AC: True RMS erforderlich bei nicht-sinusförmigen Signalen. Strommessung ±1–2 % je nach Bedarf. |
True-RMS-Multimeter oder Stromzange mit DC- und True-RMS-Fähigkeit |
Bei PWM- oder getakteten Ausgängen liefert ein durchschnittliches Multimeter falsche Strom- oder Leistungswerte. True RMS oder Oszilloskop nutzen. |
| Leckströme und Ruhestrommessung |
mA bis µA |
µA-Auflösung empfohlen. Genauigkeit ±1 % oder besser bei niedrigen Strömen. Messreaktion und Messbereich wichtig. |
Niedrigstrom-Multimeter oder spezielles Nanoammeter |
Messung in einer ruhigen Umgebung durchführen. Trenne Verbraucher. Der Messwiderstand des Geräts kann das Ergebnis beeinflussen. |
Kurze Zusammenfassung
Für Hobbygebrauch reicht meist ein Multimeter mit 3 1/2 Digits und ±1 % bis ±2 %. Das liefert sichere Aussagen zur Batterie-Ruhespannung und zur einfachen PV-Prüfung. Für professionelle oder sicherheitsrelevante Prüfungen brauchst du True-RMS, höhere Genauigkeit (±0,5 % oder besser) und spezialisierte Geräte wie Batterietester, Nanoammeter oder Spannungsmessgeräte mit hohem Spannungsbereich und CAT-Zulassung.
Wie triffst du die richtige Wahl? Entscheidungshilfe für Messgenauigkeit und Gerätetyp
Bei der Auswahl geht es weniger um das teuerste Gerät. Es geht darum, ob das Gerät zur Messaufgabe passt. Überlege kurz, welche Prüfungen du häufig machst. Dann wählst du gezielt. Drei kurze Leitfragen helfen dir dabei.
Leitfragen
Messe ich Ruhespannung oder Ströme unter 100 mA?
Ruhespannung an 12 V Batterien misst du gut mit einem Einstiegsmultimeter. Achte auf 3 1/2 Digits und ±1 % Genauigkeit. Für Ströme unter 100 mA brauchst du bessere Auflösung. In diesem Fall ist ein Multimeter mit µA‑Messbereich oder ein dediziertes Nanoammeter sinnvoll. Empfehlung: Einstiegsgerät für Spannungen, Zusatzgerät für sehr kleine Ströme.
Arbeite ich an 12 V Kfz oder an 400 V PV‑Strings?
Bei 12 V reichen einfache Geräte mit passender Strommessung. Bei PV‑Strings mit mehreren hundert Volt benötigst du ein Gerät mit hohem Spannungsbereich und entsprechender Sicherheitsklassifizierung. Achte auf CAT III/CAT IV und ausreichende Maximalspannung. Empfehlung: Einsteigergerät für Kfz, hochwertiges Multimeter für PV-Strings.
Gibt es nichtlineare Signale oder getaktete Ausgänge?
Wenn Wechselrichter oder PWM‑Laderegler im Spiel sind, ist True RMS wichtig. Ohne True RMS erhältst du bei nicht sinusförmigen Signalen falsche Werte. Empfehlung: True‑RMS‑Multimeter für Wechselrichter und getaktete Ausgänge.
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Unsicherheiten und Einflussfaktoren
Temperatur beeinflusst Batterien stark. Messe bei ähnlichen Bedingungen wie im Betrieb. Kontaktwiderstände an Klemmen verfälschen Werte. Saubere, feste Verbindungen sind wichtig. Bei Strommessungen kann der Messwiderstand des Geräts das Ergebnis verändern. Nutze bei kleinen Strömen Geräte mit niedrigem Burden oder externe Shunts. Kalibrierzustand des Messgeräts wirkt sich ebenfalls aus. Wenn Messergebnisse kritisch sind, prüfe mit einem kalibrierten Referenzgerät.
Fazit und Handlungsempfehlung
Wenn du hauptsächlich an 12 V arbeitest und einfache Prüfungen machst, wähle ein gutes Einstiegsmultimeter mit 3 1/2 Digits und CAT‑Zulassung. Wenn du präzise Aussagen brauchst, häufig Ströme unter 100 mA misst oder an PV‑Anlagen arbeitest, steig auf ein 4 1/2‑Digit‑Gerät mit ±0,5 % und True RMS um. Für Innenwiderstand und Batterietests besorge dir ein spezielles Batterietestgerät oder einen präzisen Shunt und einen Lasttester. Kauf dir lieber ein Gerät, das zur Aufgabe passt, statt das teuerste Modell zu wählen.
Typische Praxisfälle: Wann welche Messung sinnvoll ist
Im Alltag treten immer wieder ähnliche Situationen auf. Wenn du die typischen Fälle kennst, kannst du schnell entscheiden, welches Messgerät du brauchst. Die folgenden Beispiele zeigen messbare Größen, sinnvolle Genauigkeiten und ein kurzes Vorgehen. So erkennst du die passende Prüfung und vermeidest Fehleinschätzungen.
Prüfung der Autobatterie nach längerer Standzeit
Typische Messgrößen: Ruhespannung in Volt, Innenwiderstand in mΩ, Leerlaufstrom in mA.
Empfohlene Genauigkeit: Spannung ±1 % bis ±0,5 %. Innenwiderstand mΩ-Auflösung. Leerlaufstrom µA bis mA-Auflösung bei sehr kleinen Strömen.
Vorgehenbeispiel: Messe zunächst die Ruhespannung ohne Last. Vergleiche mit Nennspannung und Temperaturkorrektur. Nutze zur genaueren Beurteilung einen Batterieprüfer oder ein Multimeter mit Innenwiderstandsmessung. Wenn die Spannung unter 12,4 V liegt oder der Innenwiderstand auffällig hoch ist, ist Lade- oder Austauschbedarf vorhanden.
Einbau einer neuen Batterie
Typische Messgrößen: Spannung nach Einbau, Startstrom, Ladezustand während der ersten Ladezyklen.
Empfohlene Genauigkeit: Spannung ±0,5–1 %. Strommessung ±1 % oder Einsatz eines Shunts für größere Ströme.
Vorgehenbeispiel: Prüfe nach dem Einbau die Klemmenspannung. Messe bei laufendem Motor die Ladespannung am Generator. Achte auf stabile Verbindungen. Einmalige Abweichungen deuten meist auf Anschlussprobleme hin.
Fehlersuche bei Startproblemen
Typische Messgrößen: Ruhespannung unter Last, Anlasserstrom in A, Spannungsabfall über Kabel und Klemmen in mV.
Empfohlene Genauigkeit: Spannung ±0,5–1 %. Strom ±1 % oder besser. Spannungsabfall im mV-Bereich erfordert gute Auflösung.
Vorgehenbeispiel: Messe Spannung am Batteriepol vor und während des Startvorgangs. Miss Spannungsabfall zwischen Batterie und Anlasser. Hoher Spannungsabfall weist auf Kontaktprobleme oder verschlissene Kabel hin.
Überprüfung von PV-Modulen nach Sturmschaden
Typische Messgrößen: Paneel-Leerlaufspannung Voc, Kurzschlussstrom Isc, sichtbare Isolationsfehler.
Empfohlene Genauigkeit: Spannung ±0,5–1 %. Bei hohen Spannungen auf passende Maximalspannung und CAT-Schutz achten. True RMS ist meist nicht erforderlich für DC Messungen.
Vorgehenbeispiel: Messe Voc bei ausgeschaltetem String. Vergleiche mit Herstellerangaben. Prüfe einzelne Module bei Verdacht auf Beschädigung. Bei Isolationsschäden kann ein Isolationsprüfer nötig sein.
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Ermittlung von Ladeproblemen am Wechselrichter
Typische Messgrößen: DC-Eingangsspannung und Strom, AC-Ausgangsspannung und Strom, Leistung und Frequenz.
Empfohlene Genauigkeit: DC ±0,5–1 %. AC-Messungen nur mit True RMS und ±1 % bei nicht sinusförmigen Signalen.
Vorgehenbeispiel: Prüfe DC-Eingang auf stabile Spannung unter Last. Messe AC-Ausgang mit True RMS um verzerrte Signale richtig zu erfassen. Auffällige Abweichungen zwischen Soll und Ist deuten auf Regelungsprobleme hin.
Nachweis von Leckströmen in Wohnmobilen
Typische Messgrößen: Ruhestrom in µA bis mA, Spannung an Batterie und Verbraucher.
Empfohlene Genauigkeit: µA-Auflösung für sehr kleine Leckströme. Stromgenauigkeit ±1 % oder besser.
Vorgehenbeispiel: Schalte alle Verbraucher aus. Messe Ruhestrom am Minuspol. Trenne Verbraucher systematisch um den Verursacher zu finden. Nutze Messgeräte mit geringem Burden um Einflüsse zu minimieren.
Wann Profi hinzuziehen
Zieh einen Profi hinzu, wenn hohe Spannungen, komplexe Fehlersymptome oder sicherheitsrelevante Anlagen betroffen sind. Bei Isolationsfehlern und Arbeiten an PV‑Strings oder Wechselrichtern mit Netzanschluss ist fachkundige Hilfe ratsam. Auch wenn Messwerte nicht plausibel erscheinen oder wenn du unsicher bei der Sicherheitstechnik bist, ist ein Fachmann die richtige Wahl.
Häufige Fragen zur Messgenauigkeit bei Batterie- und Solarmessungen
Welche Genauigkeit brauche ich für die Ruhespannung an der Autobatterie?
Für eine grundlegende Beurteilung reicht oft eine Genauigkeit von ±1 % und ein 3 1/2‑Digit-Display. Das gibt dir verlässliche Werte für die Ruhespannung und einfache Vergleiche. Wenn du Zellabweichungen oder leichte Entladungen erkennen willst, wähle ±0,5 % und 4 1/2 Digits. Genauere Geräte helfen bei der Diagnose, sind aber für Routineprüfungen meist nicht nötig.
Reicht ein 3 1/2‑Digit Multimeter für Solarmessungen?
Für einfache Prüfungen an einzelnen Modulen genügt ein 3 1/2‑Digit-Multimeter, wenn die Spannungen im Bereich des Geräts liegen. Bei PV-Strings mit mehreren hundert Volt brauchst du ein Gerät mit hohem Messbereich und entsprechender Sicherheitsklasse. Für Messungen an Wechselrichtern oder getakteten Signalen ist ein True RMS-Gerät empfehlenswert. Achte immer auf maximale DC-Spannung und CAT‑Bewertung.
Wie messe ich den Innenwiderstand einer Batterie korrekt?
Der übliche Weg ist, kurzzeitig eine bekannte Last anzulegen und den Spannungsabfall zu messen. Aus ΔV und ΔI berechnest du den Innenwiderstand mit R = ΔV / ΔI. Präzise Ergebnisse liefert ein spezieller Batterieprüfer oder ein geeignetes Gerät mit mΩ-Auflösung. Vermeide Kurzschlüsse und achte auf sichere Verbindungen.
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Wann ist ein True‑RMS‑Messgerät wichtig?
True RMS ist wichtig, wenn du nicht-sinusförmige AC-Signale misst. Das gilt bei Wechselrichtern, PWM-Reglern und getakteten Ladestromquellen. Ohne True RMS zeigen einfache Multimeter falsche Effektivwerte an. Für genaue Leistungsmessung an solchen Geräten ist ein True‑RMS‑Multimeter oder eine Stromzange mit True RMS nötig.
Wie beeinflusst Temperatur die Messgenauigkeit?
Temperatur verändert vor allem Batteriespannung und Innenwiderstand. Bei Bleiakkus liegt der Temperaturkoeffizient oft bei etwa -3 mV/°C pro Zelle, das sind rund -18 mV/°C für eine 12 V Batterie. Messe nach Möglichkeit bei ähnlicher Temperatur wie im Betriebszustand. Wenn Temperaturunterschiede vorliegen, korrigiere die Werte oder vergleiche nur unter gleichen Bedingungen.
Technisches Basiswissen zur Messgenauigkeit
Bevor du ein Messgerät auswählst, lohnt sich ein Blick auf die Grundbegriffe. Wer die Begriffe kennt, trifft bessere Entscheidungen. Die folgenden Erklärungen sind bewusst knapp und praxisorientiert.
Genauigkeit in Prozent vs. Zähler / Digits
Genauigkeit in Prozent gibt an, wie nah der Messwert am wahren Wert liegt. ±0,5 % bei 12 V bedeutet maximal ±0,06 V. Bei 400 V bedeutet ±0,5 % maximal ±2 V. Die prozentuale Angabe zeigt also den absoluten Fehler in Abhängigkeit von der Messgröße.
Digits oder Zähler beschreiben die Auflösung der Anzeige. Ein 3 1/2‑Digit-Display zeigt grobe Werte. Ein 4 1/2‑Digit-Display zeigt feinere Unterschiede. Mehr Digits helfen, kleine Spannungs- oder Stromänderungen sichtbar zu machen.
Auflösung und praktische Folgen
Auflösung ist die kleinste Anzeigeeinheit. Sie bestimmt, ob du zum Beispiel 10 mV oder 1 mV erkennst. Für Ruhespannungen an 12 V reicht oft eine Auflösung von 10 mV. Für Messungen am PV‑String kann eine höhere Auflösung sinnvoll sein.
True RMS
True RMS ist wichtig bei nicht sinusförmigen Wechselgrößen. PWM‑Signale und viele Wechselrichter erzeugen solche Formen. Ein Standardmeter misst hier falsch. True RMS liefert korrekte Effektivwerte und damit richtige Aussagen zur Leistung.
Belastungseinfluss und Innenwiderstand
Ein Messgerät verändert manchmal die Schaltung. Das ist der Belastungseinfluss oder Burden. Bei Strommessungen kann die Messzange oder der Meter einen Spannungsverlust erzeugen. Das verfälscht Werte, besonders bei kleinen Spannungen.
Innenwiderstand der Batterie führt zu Spannungsabfall unter Last. Ein hoher Innenwiderstand zeigt Alterung oder Defekt. Zur Messung wird meist Last angelegt und ΔV sowie ΔI genutzt, um R = ΔV/ΔI zu berechnen.
Temperaturkoeffizient
Temperatur verändert Spannungen und Batteriezustand. Bei Bleiakkus sind es grob -3 mV/°C pro Zelle. Das sind rund -18 mV/°C für eine 12 V Batterie. Vergleiche Messwerte nur unter ähnlichen Temperaturbedingungen oder korrigiere die Messwerte.
Messfehlerquellen
Fehler entstehen durch Kontaktwiderstände an Klemmen, falsche Schalterstellung, schlechte Messleitungen oder durch Nullpunkt‑Drift im Gerät. Saubere Kontakte, richtig gesetzte Messbereiche und gelegentliche Kalibrierung reduzieren Fehler. Bei kleinen Strömen beeinflusst der Messwiderstand das Ergebnis. Nutze bei Bedarf externe Shunts oder spezialisierte Messgeräte.
Praxisnahe Schlussfolgerungen
Für 12 V Anwendungen genügt oft ±1 % und 3 1/2 Digits. Für Prüfungen an PV‑Strings oder für Leistungsmessungen an Wechselrichtern brauchst du höhere Genauigkeit und True RMS. Für Innenwiderstand und sehr kleine Ströme wähle Messgeräte mit mΩ- oder µA-Auflösung. Denke immer an Schutzklasse und maximale Messspannungen. So wählst du ein Gerät, das zur Aufgabe passt und das Risiko falscher Messungen minimiert.
Praktische Prüfungen mit dem Multimeter: Schritt für Schritt
Die folgenden Anleitungen beschreiben sichere, praxisnahe Prüfungen an Autobatterien und Solaranlagen. Nutze sie als Orientierung. Prüfe vor Messbeginn Gerät, Messleitungen und Sicherungen. Achte auf die richtige Messfunktion und auf Schutzklasse des Messgeräts.
Ruhespannungsmessung an der Autobatterie
- Gerät vorbereiten Stelle das Multimeter auf DC‑V und wähle einen passenden Spannungsbereich, der über 12 V liegt.
- Polung prüfen Verbinde die rote Messleitung mit dem Pluspol und die schwarze mit dem Minuspol. Achte auf festen Kontakt an den Polklemmen.
- Messwert ablesen Warte ein paar Sekunden bis die Anzeige stabil ist. Notiere die Spannung. Vergleiche mit den Referenzwerten für die Batterie.
- Hinweis Wenn die Spannung deutlich unter 12,4 V liegt, ist eine Lade- oder Detailprüfung sinnvoll.
- Warnung Schalte das Fahrzeug aus und vermeide Funken an der Batterie. Trage Schutzbrille und Handschuhe bei Bedarf.
Lasttest mit Verbraucher zur Ermittlung des Innenwiderstands
- Last vorbereiten Verwende eine bekannte Last wie eine Arbeitslampe oder einen speziellen Batterie-Lasttester mit definierter Stromaufnahme.
- Ruhemessung Messe die Ruhespannung wie oben beschrieben und notiere den Wert.
- Last anlegen Schalte die Last ein und messe während der Belastung die Spannung. Messe falls möglich den Strom mit geeigneter Strommessung.
- Innenwiderstand berechnen Berechne Rinnen mit R = ΔV / ΔI aus Spannungsabfall und gemessenem Strom. Nutze mΩ‑Auflösung für aussagekräftige Werte.
- Hinweis Verwende bei hohen Strömen eine ausreichend bemessene Sicherung und einen externen Shunt wenn nötig.
- Warnung Messe Strom niemals, indem du das Multimeter direkt überbrückst. Achte darauf, die Messleitungen korrekt in den Stromanschluss zu stecken.
Messung des Kurzschlussstroms eines Solarmoduls (sicherer Ansatz)
- Sichtprüfung durchführen Kontrolliere Module auf sichtbare Schäden und lose Verbindungen bevor du misst.
- Geeignete Methode wählen Verwende eine Stromzange für DC oder einen bekannten Shunt. Direkten Kurzschluss mit dem Multimeter vermeide.
- Messung mit Stromzange Messe Isc mit der Zange um das Pluskabel des Moduls. Lies den Wert in Ampere ab bei voller Sonneneinstrahlung.
- Alternativ mit Shunt Lege einen niederohmigen Widerstand in den Stromkreis, messe die Spannung über dem Shunt und berechne den Strom I = U/R.
- Hinweis Messe Voc nur im offenen Zustand. Vergleiche Isc und Voc mit Herstellerangaben.
- Warnung Öffne keine Komponenten unter Last und vermeide Berührung von spannungsführenden Teilen.
Messung von Leckströmen (Ruhestrom) in Fahrzeugen oder Wohnmobilen
- Vorbereitung Stelle sicher, dass alle Verbraucher ausgeschaltet sind und das Fahrzeug in Ruhe ist.
- Messgerät einstellen Wähle den mA‑ oder µA‑Bereich auf dem Multimeter. Verwende das dafür vorgesehene Buchsenpaar und einen Messbereich mit niedriger Messlast.
- In Reihe schalten Trenne das Minuspolkabel der Batterie. Schließe das Multimeter in Reihe zwischen Batterie und abgezogenem Kabel an.
- Messwert notieren Lies den Ruhestrom ab. Trenne einzelne Sicherungen oder Verbraucher systematisch um den Verursacher zu finden.
- Hinweis Geringe Ströme erfordern stabile Verbindungen und ein kalibriertes Gerät. Achte auf Burden des Messgeräts.
- Warnung Stelle sicher, dass kein Anschluss kurzzeitig falsch verbunden wird. Vermeide das Umstecken mit freiliegenden Polen.
Allgemeine Sicherheitshinweise
Überprüfe vor jeder Messung die Isolierung und CAT‑Einstufung des Multimeters. Benutze bei hohen Spannungen und Strömen geeignete Schutzkleidung. Wechsele niemals vom Strom‑ in den Spannungsmodus, wenn die Leitungen noch in der Strombuchse stecken. Bei Unsicherheit oder bei Arbeiten an netzgekoppelten Wechselrichtern ziehe einen Fachmann hinzu.